Anamorphosen, Spiegelanamorphosen, katoptrische Anamorphosen

Anamorphosen sind stark verzerrte Bilder, die nur unter bestimmten Bedingungen zu sehen sind. Bei sogenannten katoptrischen Anamorphosen werden zum Beispiel Spiegel benötigt, die zylindrisch, konisch oder pyramidenförmig sein können. Im Video ist eine Anamorphose aus dem in unserem Shop verkauften Set zu sehen, bei der ein Pferd mit Reiter beim Blick in den zylinderförmigen Spiegel erscheint.

Neben den katoptrischen oder Spiegelanamorphosen gibt es optische und dioptrische Anamorphosen. Letztere  müssen durch speziell geschliffene Gläser betrachtet werden, während man für optische Anamorphosen keine weiteren Hilfsmittel benötigt. Hier genügt es diese unter einem bestimmten Blickwinkel zu betrachtet.

Von Leonardo da Vinci (1452-1519) stammt die erste bekannte optische Anamorphose. Mit ein paar leichten Strichen erschuf er ein Bildnis, dass bei Betrachtung aus dem richtigen Blickwinkel ein Kindergesicht offenbarte und dann noch eines mit einem Auge. Das war im 15. Jahrhundert, also zu jener Zeit als sich in der Kunst ein grundlegendes mathematisches Verständnis von Perspektive und Projektion entwickelte. Das wiederum war die Voraussetzung für das Erschaffen von Anamorphosen.

Ein Beispiel für optische Anamorphosen im Alltag sind Verkehrszeichen in Form von Piktogrammen oder Aufschriften. Das Fahrrad, das einen Fahrradweg markiert, ist beispielsweise leicht verzerrt, damit es von weither und aus einem flachen Winkel heraus schon gut zu erkennen ist.

Beispiel für SpiegelanamorphosenIm Science Center phaeno in Wolfsburg gibt es ebenfalls ein Beispiel für Anamorphosen zu bewundern. Hier steht eine verzerrte Bank vor einem Spiegel in Form einer Liftfasssäule. Beispiel für Anamorphose mit SpiegelSchaut man sich die verzerrte Bank aus dem richtigen Blickwinkel in dem Spiegel an, so wird aus der seltsam geformten Bank plötzlich ein Stuhl (s. Bild links und rechts). Spiegelanamorphosen gibt es seit Ende des 16. Jahrhunderts und spätestens seit dieser Zeit beschäftigten sich zahlreiche Künstler mit diesem Thema. Auch dienten Anamorphosen dazu, verbotene oder geheime Inhalte zu tarnen und zu verschlüsseln.

Nicht nur aus diesem Grund wurden Anamorphosen ab dem 18. Jahrhundert äußerst populär. In Privathaushalten hielten sie ebenfalls Einzug, allerdings zu reinen Unterhaltungszwecken und als Kinderspielzeug.

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