Armillarsphäre oder Weltmaschine

Die auf dem Foto gezeigte Armillarsphäre ist ein sehr einfaches Modell dieses alten astronomischen Gerätes. Es ist aus Holz gefertigt. Üblicherweise waren Armillarsphären jedoch aus Metall. Die Armillarsphäre zählt zu einem der ältesten astromischen Geräten überhaupt.

Mit einer Armillarsphäre (von lateinisch Armillaris = Ring und Sphaera = Kugel) kann man Koordinaten am Himmel messen und die Bewegung von Himmelskörpern darstellen. Grundsätzlich gilt dies für jede geografische Position und jeden beliebigen Zeitpunkt.

Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um ein Instrument aus verschiedenen Ringen, die zum Teil fest montiert, zum Teil aber auch drehbar sind. Im Mitelpunkt der Weltmaschine befindet sich der Erde, die durch eine kleine Kugel angedeutet wird. Hier steht ein gedachter Beobachter, über dem sich das Firmament aufspannt.

Der äußerste große Kreis der Armillarsphäre steht für den Himmelsmeridian und trägt eine Breitenskala. Sie ist in diesem Fall eingestellt auf den 45 Breitengrad - das entspricht etwa der Höhe von Norditalien. Den gewünschten Breitengrad kann man am Verbindungspunkt zum Fuß  verändern. Genauer gesagt wird die geografische Breite am Zenit abgelesen. Am gegenüberliegenden Punkt, dem Nadir, steht die Gradzahl mit umgekehrten Vorzeichen. Würde man die Armillarsphäre weiter kippen, so dass der Metallstab in der Mitte waagerecht stünde (0°), so hätte man beispielsweise eine Ansicht für einen Beobachter am Äquator.

Aus Papier gefertigt ist die Ekliptik, ein gedachter Großkreis, auf dem die Sonne im Verlauf eines Jahres scheinbar um die Erde rotiert, wenn man sie immer um 12 Uhr Mittags betrachtet. Auf der Ekliptik sind die Sternkreiszeichen eingezeichtnet, denn die Sonne durchläuft im Jahresverlauf die zwölf Tierkreiszeichen.

ArmillarsphäreDie Ebene senkrecht zum Himmelsmeriadian stellt den Himmelsäquator dar. Auf ihr befinden sich die Stundenangaben (1 bis 24) sowie die Gradzahlen (0 bis 360). Er stellt zugleich den Kreis für den Weg dar, den die Sonne in 24 Stunden am Tag des astronmomischen Frühlingsanfangs und Herbstanfangs zurücklegt.

Ein ganz besonderer Punkt ist der so genannten Frühlingspunkt. Dort schneidet der Himmelsäquator die Ekliptik. Dort befindet sich das Sternbild Fische. Im Sternbild Waage liegt der Herbstpunkt. Auch hier schneidet die Himmelsäquator wieder die Ekliptik. An diesen beiden besonderen Daten sind Tag und Nacht jeweils genau 12 Stunden lang. Man bezeichnet dies auch als Tagundnachtgleiche oder Äquinoktium.

Der Frühlingspunkt ist auch deshalb so wichtig, da er wie Greenwich für die Längengrade auf der Erde einen besonderen Bezugspunkt dar. Er wird auch Widderpunkt genannt. Als die Menschen begannen den Himmel nicht nur zu betrachten, sondern auch zu beobachte, stand an diesem Frühlingspunkt noch das Sternbild Widder. Da die Erde jedoch

Es gibt noch zwei weitere besondere Tage im Jahresverlauf und sie werden durch die Kreise gekennzeichnet, die sich paralell dazu ober- und unterhalb des Himmelsäuators befinden. Sie stellen die Sonnenumlaufbahn innerhalb eines Tages zur Sommer- und Wintersonnenwende dar. Dies sind der längste bzw. der kürzeste Tag des Jahres. 

Außerdem kann eine Weltmaschine auch Kugeln für die Planeten aus unserem Sonnensystem enthalten. Am Nachthimmel erscheinen sie uns als Sterne, wiewohl sie nicht selbst leuchten. Im Gegensatz zu den Fixsternen verändern sie ihre Position am Himmel ständig und sind daher auch nicht auf Sternkarten zu finden. Die Sonne und alle Planeten des Sonnensystems befinden sich auf der Eklitptik.

Zwei sehr anschauliches Videos auf Englisch, die helfen dürften, sich besser vorzustellen, was die Ringe in der Armillarsphäre bedeuten. Die englischen Begriffe solitice und equinox bedeuten Sonnenwende und Tagundnachtgleiche. Sie bezeichen damit den kürzesten und längsten Tag des Jahres sowie den astronomischen Frühlings- und Herbstanfang.

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