Becher des Pythagoras/der Gerechtigkeit,Pythagorasbecher, Tantalusbecher

Der Becher des Pythagoras, benannt nach dem berühmten griechischen Philosophen, würde heute wahrscheinlich am ehesten als Scherzartikel bezeichnet. Macht man den Becher zu voll, so läuft Flüssigkeit aus.

Der pythagoreische Becher besitzt an der Unterseite des Stieles eine Öffnung und über dem Stiel eine Säule. Auch diese Säule weist eine Öffnung auf, und zwar am Boden der Schale und sie ist nur bei genauer Betrachtung erkennbar.

In der Mittelsäule verborgen gibt es außerdem eine Art Überlauf. Füllt man das Gefäß mit einer Flüssigkeit, so scheint zunächst alles ganz normal. Im Innern der Mittelsäule steigt die Flüssigkeit jedoch ebenfalls an.

Erreicht der Pegel den oberen Rand des Überlaufs, fließt Flüssigkeit durch das Loch im Boden des Stieles ab. Aus diesem Grund nennt man diese Art von Becher auch Becher der Gerechtigkeit und er soll die Maßlosen mäßigen. Angeblich hat Pythagoras diesen entwickelt, um Arbeiter zu einem moderaten Weinkonsum anzuhalten.

Pythagoras, der um das 6. Jahrhundert vor Christus lebte, war ein griechischer Philosoph. Ihm verdankt die Menschheit wichtige mathematische Erkenntnisse und er wird nicht selten als Begründer der Mathematik schlechthin angeführt.

Hydrostatisches Paradoxon

Ein physikalisches Prinzip, das hier zum Tragen kommt, ist das der kommunizierenden Röhren, welches sich aus dem hydrostatischen Paradoxon nach dem französischen Naturwissenschaftler Blaise Pascal erklärt. Er lebte im 17. Jahrhundert.

Das hydrostatische Paradoxon, auch pascalsches Paradoxon genannt, besagt, dass der Druck in einer Flüssigkeit allein von der Füllhöhe abhängt, nicht aber von der Form eines Gefäßes und entsprechend nicht von der darin enthaltenen Flüssigkeitsmenge, wie man intuitiv vielleicht annehmen möchte.

Darüber hinaus sind von Bedeutung für den hydrostatischen Druck der Luftdruck und die Schwerkraft. Aus diesem Grund verteilen sich Flüssigkeiten in miteinander verbundenen Gefäßen gleichmäßig und  weisen Wassernetze, die von einem Wasserturm gespeist werden, über das ganze Netz hinweg, in die allerkleinste Leitung hinein und bis zum hinterletzten Wasserkran einen konstanten hydrostatischen Druck bzw. Schweredruck auf.

Der pythagoreische Becher ist zudem ein Ablaufsiphon, wie er auch in Toilettenspülungen zu finden ist. Man könnte daher sagen, dass wir also Pythagoras diese ganz wunderbar praktische Einrichtung verdanken. Erreicht das Wasser im Becher eine bestimmte Höhe und "fällt" über den Rand des Ablaufs, so tun die Schwerkraft und schließlich die Druckdifferenz ihr Übriges: Das WC entleert sich in einem Schwall.

Tags: B, P, T
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