Euler Disk, Euler Scheibe, Eulersche Scheibe

Eine sich drehende Münze in Perfektion: Die ca. 440 g schwere Scheibe aus Chromstahl kann über zwei Minuten lang oszillieren. Je länger sie sich dreht, desto stärker neigt sie sich und desto schneller wird ihre Bewegung, bis sie schließlich in einem unglaublichen Tempo sirrt, vibriert und brummt, um dann schlagartig zum Stillstand zu kommen. Erhältlich ist sie hier.

Um diese guten Laufeigenschaften zu erreichen, ist eine Kante der Scheibe abgerundet. Zur Euler Disk gehört außerdem eine konkaver Spiegelteller und neun mitgelieferte magnetischen Scheiben mit holografischem Muster. Zum Teil handelt es sich auch nur um Dreiecke. Die holografischen Scheiben haften auf der Euler Disk und lassen sich beliebig anordnen. Dadurch kann man schöne optische Effekte erzielen. Dies gilt vor allem dann, wenn man die Scheibe im Dunklen auf dem verspiegeltem Teller oszillieren lässt und zusätzlich anleuchtet, zum Beispiel mit einer LED. Zu beachten ist hier, dass die holografischen Scheiben auf der Oberseite der Eulers Disk angebracht werden müssen. Oben ist dabei die Seite mit der scharfen Kante.

Zur Erfindung und Namensgebung der Euler Disk
Der Erfinder von Euler’s Disk ist der Amerikaner Joe Bendik. Er hatte schon immer leidenschaftlich gerne Münzen gedreht und so lange herumexperimentiert, bis er 1987 schließlich eine Münze vor sich hatte, die mehrere Minuten in Bewegung blieb. Zu Beginn trug die Euler’s Disk den Namen „Spolling Disk“ von spin and roll (Englisch für Drehen und Rollen). Bendik hatte jedoch allerlei mathematische Aspekte rund um die Physik der Eulerschen Scheibe studiert. Es handelte sich um Probleme, wie sie vor ihm der berühmte Mathematiker Leonhard Euler untersucht hatte. Daher benannte er dieses Physikspielzeug nach ihm.

Euler hatte zum Beispiel die sogenannten Euler’schen Kreiselgleichungen entwicklt, das sind Bewegungsgleichungen für die Rotation von starren Körpern, und außerdem ein mathematisches Modell zur Beschreibung von Strömungen. Hilfreich waren für Bendik zudem Optimierungsverfahren nach Leonhard Euler.

Heute gibt es zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen zur Euler's Disk. Mehr dazu finden Sie hier.

Euler Disk als Decision Maker
Bringt man eine der dreieckigen Scheiben auf die Euler Disk an und lässt diese Rotieren, so kann man diese als Decision Maker, also zur Entscheidungsfindung, verwenden. Dazu kann man z.B. im Kreis angeordnete Lottozahlen um den Teller legen. Die Zahl, auf die die Spitze des Dreiecks am Ende zeigt, wäre dann die nächste Lottozahl. So kann man natürlich auch entscheiden, was es zum Abendessen gibt.

Energieerhaltung
Die Eulersche Scheibe erhält potenzielle Energie (Lageenergie), wenn man sie aufrecht auf den Teller stellt und kinetische Energie (Bewegungsenergie) durch das Andrehen. Durch Reibung und Vibration geht jedoch Energie „verloren“. Wäre dies nicht der Fall, könnte die Scheibe unendlich lange drehen, wenn da nicht auch noch die Gravitation wäre, die eine Kraft auf die Scheibe ausübt.

Drehimpuls
Bei Drehbewegungen aller Art begegnet man dem Phänomen des Drehimpulses. Er sorgt dafür, dass sich rotierende Körper sehr stabil bewegen. Dies kann man zum Beispiel beim Fahrradfahren erleben. So unmöglich es ist auf den Rädern eines Fahrrades im Stand zu balancieren, so einfach ist dies, wenn man auf dem Fahrrad fährt. Auch bei der Euler Scheibe sorgt die Drehbewegung und damit der Drehimpuls dafür, dass diese trotz Gravitation nicht einfach umfällt. 



Quelle: Erzählt nach einem Artikel von Bendik (Download als PDF)

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